Die Frage nach der Notwenigkeit von Messungen stellt sich aktuell immer wieder. Schließlich sieht der erfahrene Pferdebesitzer und ambitionierte Reiter mit bloßem Auge gut genug, ob es seinem Schützling an etwas mangelt, oder? Leider sehen meine Kollegen und ich ständig Bilder, die zur Besorgnis Anlass geben. So zum Beispiel im Rahmen eines Turniers vor zwei Wochen, als auf dem Abreiteplatz wieder einmal etliche Pferde mit augenscheinlich grober Handeinwirkung auf den Turnierstart vorbereitet wurden.

Auch in hiesigen Reitställen kommt es im täglichen Training immer wieder zu unschönen Szenen, ohne dass man sich der Fehler zwingend bewusst werden würde. Absicht sollte dabei jedoch nicht unterstellt werden. So leicht wie immer behauptet, scheint eine objektive Analyse von Pferd- und Reiterverhalten jedoch wohl nicht zu sein. Anderenfalls würde es nicht so häufig zu teils tierschutzwidrigem Verhalten kommen.

Genau hier wollen wir uns ins Spiel bringen: Wäre es denn nicht praktisch in jeder Situation eine objektive Beurteilungsmöglichkeit bei sich zu tragen? Ein Gerät, das die Zügeleinwirkung des Reiters und die Vitaldaten des Pferdes erfasst und die Möglichkeit bietet diese direkt zu analysieren und in Korrelation zu bringen? Die Einwirkung des Reiters und das Befinden des Tieres wären sofort untersuchbar. Die Entwicklung des Pferdes und erzielte Trainingsfortschritte wären sofort erkennbar. Außerdem würde sich die Möglichkeit ergeben sich noch während der Arbeit mit dem Pferd auf die Analyseergebnisse einzustellen und positiv einzuwirken. Sowohl Pferd und Reiter könnten damit direkt profitieren.

Im Humanbereich sind Geräte zur Leistungsdiagnostik bereits Standard – warum nicht auch in der Pferdewelt die technischen Fortschritte zum Vorteil verwenden? Das sollten wir versuchen! Für die Reiter und vor allem für die Pferde!